Das Märchen von der Heilung
In dieser Jahreszeit begegnen mir häufig Beiträge und Impulse zum Thema „Heilung“. Dabei fällt mir immer wieder etwas auf:
Bei der Beschreibung über den Verlauf der Heilung, wird suggeriert, dass es sich um einen Zustand handelt, den du eines Tages erreichen kannst, wenn du dich nur genug anstrengst. Wenn Du das innere Kind bearbeitet, Blockaden und Muster gelöst, alle Bücher zum Thema gelesen und alle Kurse besucht hast – dann wachst du plötzlich auf und alles ist gut. Für immer.
Das entspricht für mich nicht dem, was Heilung wirklich bedeutet.
Für mich ist Heilung ein lebenslanger Prozess
Die Verletzungen, die sich in unserer Biografie verankert haben, bleiben oft ein Teil von uns. Selbst wenn die Wunden heilen, bleiben Narben zurück. Diese Narben erinnern daran, dass wir verletzlich sind, dass das Leben kostbar ist, weil es vergänglich ist, und zugleich daran, dass wir stark sind und Herausforderungen bewältigen können.
Wenn ich mir dessen bewusst werde, merke ich, dass es Tage gibt, an denen mich die alten Narben jucken, und andere Tage, an denen ich mich voller Kraft fühle. Genau das bedeutet Heilung für mich.
Ich wünsche Dir für die kommende Zeit, dass Du voller Selbstfreundschaft auf Dich und Deine Narben schauen kannst!

